“Was ist denn das für ein Brummen im Hintergrund?” fragt er mich plötzlich ganz unvermittelt. Ich erstarre. Auch meine rechte Hand, in der ich meinen hübschen neuen silbernen Vibrator halte, den ich mir heute Nachmittag gekauft habe, bewegt sich nicht mehr. Ich schlucke; meine Kehle ist ganz trocken. “Ich weiß nicht, was du meinst”, erwidere ich und versuche, meine Verlegenheit zu verbergen.
Oder vielleicht doch? Hat er gerade wirklich Verdacht geschöpft? Nein, ich glaube es eigentlich nicht.
Wie gesagt, bei einer Handy Verbindung muss man sich doch über diverse Nebengeräusche wirklich nicht wundern.
Einen Augenblick überlege ich, ob ich meinen Vibrator nicht vielleicht doch lieber ausschalten soll. So erregend es auch ist, es mir mit einem Sexspielzeug heimlich selbst zu besorgen, während ich mit ihm am Telefon flirte – davon soll er ja nun ganz bestimmt nichts mitbekommen.
Sonst glaubt er am Ende noch, sobald er auf Dienstreise ist, habe ich nichts Besseres zu tun, als mich selbst zu befriedigen.
Er findet sowieso immer schon, dass ich viel zu gierig nach Sex bin, dass ich ein unersättlich geiles Luder bin und ihn sexuell und erotisch überfordere. Auch wenn er diesen tadel meistens eher scherzhaft meint.
Am Ende entschließe ich mich jedoch dazu, den Vibrator einfach weiter brummen zu lassen. Denn wenn das Geräusch, das er gerade bemerkt hat, jetzt ganz plötzlich aufhört, nachdem er es angesprochen hat, wird er bestimmt erst recht misstrauisch und kommt womöglich auf dumme Gedanken über die Ursache.
Oder vielmehr, auf den richtigen Gedanken im Hinblick darauf, was dieses Brummen denn nun ausgelöst hat ….
Da hilft nur eines – ich tue einfach so, als ob überhaupt nichts wäre, lasse den Vibrator noch ein Weilchen dort, wo er gerade steckt und wo er bis vorhin, bis zu seiner peinlichen Frage wegen des verräterischen Brummens, die wunderbarsten lustvollen Empfindungen hervorgerufen hat.
Immerhin entscheide ich, dass ich den Vibrator zwar stecken lasse, ihn aber nicht mehr mit der Hand auf und ab schieben werde, um die Lust zu erhöhen. Und sobald sich eine passende Gelegenheit ergibt, werde ich ihn ganz unauffällig ausstellen.
Ich muss nur jetzt erst ein unverfängliches Thema für unser Gespräch finden, damit er abgelenkt ist.
Da fällt mir auch schon etwas ein – ich berichte ihm von den neuesten Eskapaden unserer Nachbarin, mit der wir seit unserem Einzug in dieser Wohnung vor einem halben Jahr im Clinch liegen.
Er steigt gleich voll ein bei diesem Thema, und nachdem wir nun über etwas ganz anderes plaudern, kann ich den Vibrator ja auch noch ein Weilchen an lassen. Zumal er sich jetzt ohnehin bald wieder verabschieden muss, weil er heute Abend noch einen wichtigen Termin hat. “Und viel Spaß noch mit deinem Vibrator“, sagt er nun lachend – und legt auf. Ich weiß nicht – aber irgendwie komme ich mir gerade sehr ertappt vor …